Dec 14 2025
Frankfurter Opern-und Museumsorchester
Bacewicz, Prokofjew, Tschaikowsky
Große Musik aus dem Osten
Eine polnische Komponistin begegnet uns zum ersten Male in unseren Konzerten, präsentiert von der Dirigentin Anja Bihlmaier. Grażyna Bacewicz war zugleich Geigerin, Pianistin und Komponistin, lehrte an verschiedenen Konservatorien und schrieb Erzählungen und Romane – ein Multitalent also und eine bedeutende Vertreterin der polnischen Musik. Ihr originelles Konzert für Streichorchester ist neobarock bis neoklassisch und doch unverkennbar Musik des 20. Jahrhunderts.
Ist das Streicherkonzert von Grażyna Bacewicz fast zierlich zu nennen, so kann man Prokofjews 2. Klavierkonzert durchaus als monumental bezeichnen. Das viersätzige Werk ist in der Form traditionell, im Duktus jedoch experimentell und mutet noch heute, mehr als hundert Jahre nach seiner Uraufführung 1913, modern und neuartig an. Mit seiner riesigen Ausdrucksvielfalt, seinen ausufernden Solokadenzen in den Ecksätzen und seiner aberwitzigen Virtuosität gilt es zugleich als eines der schwierigsten Klavierkonzerte der gesamten Literatur.
Seine 5. Sinfonie, die wie Beethovens Fünfte ein „Schicksalsmotiv“ enthält, schätzte Peter Tschaikowsky nicht besonders. Sie sei „zu bunt, zu massig, zu unaufrichtig, zu lang, überhaupt wenig ansprechend“. Nach der von ihm dirigierten Uraufführung sah er sich zu interpretatorischen Veränderungen veranlasst, darunter einer Kürzung im Finale. Erst mit der überaus positiven Reaktion auf diese Fassung zerstreuten sich seine Zweifel. Im Konzertrepertoire hat sich die 5. Sinfonie schon lange etabliert und zählt heute zu den absoluten Publikumslieblingen.